Geschichte der Gemeinde Moormerland

Am 1. Januar 1973 wurde aus den elf ehemals selbstständigen Gemeinden Boekzetelerfehn, Gandersum, Hatshausen, Iheringsfehn, Neermoor, Oldersum, Rorichum, Terborg, Tergast, Veenhusen und Warsingsfehn die Gemeinde Moormerland gebildet.

Wenn auch die Gemeinde Moormerland noch keine eigene geschichtliche Vergangenheit aufzuweisen hat, so können doch die einzelnen zu ihr gehörenden Orte eine weit zurückreichende Geschichte verzeichnen. So bildete z. B. der kleine Ortsteil "Boekzeteler-Kloster" die Urzelle der Landgemeinde Boekzetelerfehn.

Gandersum kommt schon um das Jahr 1000 im Heberegister der Abtei Werden vor. Hatshausen erscheint in einer Urkunde von 1439 und in den Münsterschen Pfarregistern um 1500.

Am Anfang seines Bestehens scheint Hatshausen nur eine kleine, von Mönchen des Bockzeteler Klosters bediente Kapelle gehabt zu haben.

Durch die Vereinigung der beiden Kirchdörfer Hatshausen und Ayenwolde wurde es ein für damalige Verhältnisse ansehnliches Kirchspiel.

Das Geschlecht der Iherings, das seit 1561 in Ostfriesland nachweisbar ist, arbeitete drei Generationen hindurch für die Gewinnung von Neuland an der Küste durch Eindeichung des Vorlandes. Im Jahre 1772 fiel zum erstenmal die Bezeichnung Iheringsfehn.

Urnenfunde in Neermoor lassen darauf schließen, daß die erste Besiedlung des Dorfes bereits in vorchristlicher Zeit erfolgte. Oldersum wird erstmalig im Jahre 1381 erwähnt, zu einer Zeit, als die Hanse den Höhepunkt ihrer wirtschaftlichen Machtentfaltung erreicht hatte.

Rorichum kommt bereits in dem Güter- und Heberegister der Abteil Werden um das Jahr 1000 vor. Bei der Anlegung der Landstraße Leer-Terborg im Jahre 1890 wurde etwa 3 bis 4 Fuß unter dem Boden ein völlig erhaltenes Hirschgeweih gefunden, was darauf schließen läßt, daß sich einst Waldungen, die Hirsche beherbergten, hier bis an das östliche Ufer der Ems erstreckten.

Terborg hat für die Entwässerung des Moormerlandes eine große Rolle gespielt. Das Wort Gast, auch Gest, ist gleichbedeutend mit Geest und bezeichnet hoch gelegene Bauäcker auf dem Sandboden. Somit wurde der Name "ter Gast" eine Ortschaft bei einer Sandhöhe bedeuten. Am 3. Februar 1401 geschah eine Schenkung in Gegenwart "domini Wilhelmi ecclesie curatoris in Gast", ein Länderei-Verkauf erfolgte am 23. April 1409 in Gegenwart "domini Poptati curati in Thyadmaragast", so war damals der vollständige Name von Tergast.

Die Anfänge des Dorfes Veenhusen reichen bis in das 12. Jahrhundert zurück. In den Registern der Münsterschen Pfarren wird es 1435 erwähnt. Im Jahre 1726 erwirbt die Familie Warsing das Gut Siewe in den Rorichmoorer Meedlanden. Dr. Gerhard Warsing kauft die durch die Weihnachtsflut von 1717 überschwemmten Meedlande auf und siedelt die durch die Flut ruinierten Leute am Rande des Hochmoores an. 1736 gilt als das Gründungsjahr des Fehns, der dann den Namen Warsingsfehn erhielt. In über 200 Jahren haben die Einwohner von Warsingsfehn nicht nur die Moorflächen mit ihrer großen Gemarkung kultiviert, sonden auch durch die dichte Siedlungsweise eine für eine Fehngemeinde bemerkenswerte Geschlossenheit des Ortes erreicht, die der Gemeinde einen Mittelpunktcharakter für die umliegenden Siedlungen verliehen hat. Dadurch war der Ort als Sitz der Gemeindeverwaltung der neuen Gemeinde Moormerland geradezu prädestiniert.

Die vorwiegend landwirtschaftlich orientierte Gemeinde Moormerland hat in den letzten Jahrzehnten einen enormen Strukturwandlung erfahren.Durch die Auflösung kleinerer landwirtschaftlicher Betriebe und durch die Ansiedlung von Pendlern, insbesondere in den Ortschaften Neermoor, Veenhusen und Warsingsfehn, ist ein Wandel zu einer Wohnsitzgemeinde eingetreten, die heute rund 23.000 Einwohner umfasst.

 

Ortsteil Einwohnerzahl
Boekzetelerfehn 748
Gandersum 85
Hatshausen 602
Jheringsfehn 2440
Neermoor 4748
Oldersum 1533
Rorichum 444
Terborg 105
Tergast 457
Veenhusen 4157
Warsingsfehn 7951
Gesamt 23270

Stand 31.12.2016